Magnet-Kompasss

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Mats
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Magnet-Kompasss

Beitragvon Mats » So Sep 04, 2016 21:58

Moin,

weiß hier jemand wie man einen Kompaß kompensiert? Kann man das überhaupt selber machen? Um wie wird eine Deviationstabelle erstellt?

VG

Mats

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windjob
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Kompensierung Hersteller

Beitragvon windjob » Mo Sep 05, 2016 03:20

Mats,

die Kompensierung würde ich persönlich dem Hersteller überlassen. Deviationstabelle erstellen findest Du im Internet genügend Hinweise.
Wenn ich mich richtig erinnere müsstest Du hierzu das Schiff, z.B. an einer Boje, um 360 Grad drehen und die Richtung jeweils mit einem zuverlässigen Kompass feststellen und dann den eigenen Schiffskompass vergleichen.
Die Frage ist, ist dies auf einem GFK Schiff überhaupt notwendig oder hast Du aktuell das Gefühl da stimmt was nicht.
Wenn ja, würde ich erst mal schauen, ob irgendwo Teile sind die eine Ablenkung bewirken können (Cockpitlautsprecher, Elektrokabel etc.). Ein Klassiker ist die Leitung zur Kompassbeleuchtung, die nicht verdrillt ist.

MuS

Klaus

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Beitragvon TomM » Mo Sep 05, 2016 14:53

Für die Deviation gibt es Deviationsdalben (z..B. hier in der Förde gegenüber der Werft. Die geben Dir N; S; O; W. Alles dazwischen musst Du eben selbst machen (rechnen).

Aaaber, bei uns schaut die Waschpo wenn Du Dich dort festbindest. Uuuund, es ist wesentlich einfacher und effektiver einen elektronischen Fluxgate zu verwendest, der kompensiert sich mit zwei oder drei Vollkreisen selbst. Wenn Du dann eine Tabelle erstellen willst, kannst Du dies einfach mit dem eigenen Fluxgate (der in der Regel dann sehr genau arbeitet) tun.

So, oder so ähnlich sehen viele aus: http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... 5&biw=1280
so long -> Tom

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Kompaskorrektion

Beitragvon Anders Christensen » Mo Sep 05, 2016 20:00

Moin Moin
Eine einfache metode zur herstellung eine deviationstabelle lassen sich mit anwendung der GPS empfänger machen. Steuern unter maschine einen stabilen kurs, am besten mit hohen geschwindigkeit und dann der kurs über grund COG von der GPS mit der kompaskurs vergleichen, die unterschied ist der deviation. Dieser vergleich dann auf so viele kurse machen wie es nötig ist. Danach ist es dann möglich die korrektionsmagnete auf der magnetkompas justieren damit der fehler minimal wird. Da sind meistens zwei magnetpaare, die magnete vorne und hinten kompensiert die Ost und West kurse und die magnete auf der steuerbord und backbord seite der kompas kompensiert die Nord und Süd kurse. Aber Vorsicht !! Wenn du auf der falsche magnet justiere wir der ergebnis noch schlechter.

Mats
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Beitragvon Mats » Mi Sep 07, 2016 23:46

Hallo Leute,

danke für die Tips. Die Methode von Anders hatte ich schon mal probiert. Aber es gab auf den selben Kursen immer unterschiedliche Abweichungen gegen über dem GPS (Fehlweisung berücksichtigt). Mit dem Fluxgate gibt es Übereinstimmungen, aber öfter auch nicht: Z.B. Kompass 165, Fluxgate 175 und GPS 185°. Dem Fluxgatewerten absolut traue ich eigentlich auch nicht so richtig. Auch nach diversen Kalibrierungskreisen. Und noch zur Abweichungsquelle: Die Maschine sitzt unter dem Cockpit und das Lampenkabel ist gedrillt. Na, jetzt geht es erst mal wieder ins Winterlager....nächstes Jahr geht es weiter.
Hi Tom, warum interessiert sich die WaschPo bei euch für Boote am Deviationsdalben?

Beste Grüße

Mats

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Beitragvon TomM » Do Sep 08, 2016 12:49

Moin Mats,

Zur Deviationstabelle:
Der Fluxgate ist i.d.R. sehr genau. Mit dem GPS ist das so eine Sache, der leichteste Versatz gibt Dir den falschen Wert. Insgesamt ist der Magnetkompass, nach meinem Empfinden, in Küstennähe eh nur noch eine "ungefähre" Richtung. Da liegen zu viele Kabel am Grund es gibt zu viele Störfelder um da einen ordentlichen Magnetkurs zu bekommen.

Zur WaschPo:
Keine Ahnung warum die schauen, ich denke es gibt immer wieder ein paar deppen die dort fest machen und Angeln. Dazu kommt, der Dalben steht gegenüber der Werft - im Fall des Falles würde ein festgemachtes Schiff sicher behindern.
so long -> Tom



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Beitragvon Anders Christensen » Do Sep 08, 2016 20:30

Moin Moin
Noch ein paar bemerkungen zum magnetkompass. Erstens ist einen fluxgatekompass ja auch "nur" ein magnet kompass, nur hat der einen datenausgang stat die direkten ablesung, das heisst die sind beide unter einfluss von störmagnetfelder, die kommen meistens von unsere eigene schiffe mit alle die kleine magnete was wir mit unsere ausrüstung selber einbauen, zum beispiel die schutzdeckel für Ipad oder Iphone enthält oft einen kräftigen magnet. Meine erfarung mit fluxgatekompassen sind das die nach der kompensierung (linearisierung) immer noch sehr viel krängungsdeviation haben, das sieht mann wenn der schiff rollt und der kompas zeigt ständig varierende kurse an. Wenn einen GPS als referens benutzt wird muss es einen DGPS empfänger sein, damit bleibt der kurs in der regel sehr stabil wenn der schiff einen hohe fahrt über grund habe.
Tom du schreibst das bei der deviationsdalben gibt es nur N - S - O und W werte, so ist es nicht, der schiff wird an der dalben festgemacht so das mann von diesen punkt z.b. einen kirchturm oder ein anderen bekanntes punkt mit hilfe einen peilscheibe beliebig viele peilungen machen und gleichzeitig die angehörigen kompass anzeige notiere, daraus wird der deviationstabelle gemacht. Ein guten rat hierbei ist das der flaggensignal O Q gesetzt wird, das heisst Ich mache instumentenkorrektur, bitte einen gute abstand halten, dies gilt sogar auch für unsere wasserschutztfreunde.
Liebe Grüsse
Anders

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Beitragvon TomM » Fr Sep 09, 2016 14:39

Anders,

natürlich hat ein Deviationsdalben keine Kompassrose und das funktioniert nur mit Peilungen. Das ist mir schon klar

Den Fluxgate kann man halt einfach leichter "Kompensieren". In der Praxis fährt allerdings kaum noch einer nach Kompasskursen, die sind eher für Stromrichtungen und als Datenquelle für die restliche Navigation interessant. Da verlässt sich z.B. Raymarine lieber auf den Fluxgate als auf das GPS. Ein "North up" geht bei der Karte und beim Radar nicht ohne Fluxgate (oder hat sich das inzwischen geändert?).

Aber unter uns, ein Kompass ist in unserem Revier eine schöne, schiffige Angelegenheit nur wirklich brauchbar für die Navigation ist er nur auf großen Distanzen. bei 5 oder 6 Knoten unter Segeln zu peilen und an der Karte Striche zu zeichnen ist ein wenig anachronistisch. Das wäre als würde man den Sextanten auspacken um seine Standlinie zu bestimmen. Selbst die als sehr konservativ bekannten Deutschen Verbände lehren das noch weisen aber im Lehrmaterial darauf hin, dass es heute üblich ist mit elektronischen Hilfsmitteln zu navigieren. Die "alten" Methoden zu beherrschen ist im Grunde nur noch als interessantes Hobby zu sehen. Manchmal schade, den einige Zusammenhänge erfährt man doch erst durch die Anwendung der alten Methoden. Ist zumindest meine unmaßgebliche Meinung.
so long -> Tom



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Beitragvon Anders Christensen » Fr Sep 09, 2016 20:11

Tom
Jaa, alles hat sich ja durch die jahre viel geändert, wir sleppen seit unser jugendzeit immer noch papirkarten mit, aber ich weiss nicht wann wir die letztes mal benutzt habe. Wir machen auf der kartenplotter ein wegepunkt und überlasse dan der plotter und der autopilot den rest. Der egebnis sehe ich nachher auf der karte, nur völlich gerade linien von punkt zu punkt. Aber trotzdem beruht alles doch auf unser alte navigationslehre und die begriffe was wir damals gelernt habe und ich freue mich jedes mal wenn wir trotz all diesem elektronik doch an unser ziel ankommt.
Anders


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