Navigation mit GPS-Plotter

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Wilko Schoormans
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Navigation mit GPS-Plotter

Beitrag von Wilko Schoormans » Donnerstag 25. August 2005, 21:08

Moin Ihre Vindö Freunde!
Wenn einem Gutes widerfährt,eine Entscheidung sich als absolut richtig erwiesen,ein Umdenken sich bestätigt hat und das Ergebnis absolut befriedigend ist,dann sollte man seine Vindö-Freunde daran teilhaben lassen:
Habe mich nach langem Zögern zu einem Vector-Karten-Plotter an der Steuersäule entschieden,der auch bei Sonnenlicht ablesbar ist,und es klappt tatsächlich:autonomes System mit nur einem 12 Volt Steckeranschluß und direkter Bedienbarkeit,mit allen Funktionen,die so ein Teil haben muß,und sehr gut ablesbar, das isses! :yelclap:
Ich möchte damit mal wieder ein neues Thema in´s Forum stellen und zum Austausch anregen,wie navigiert Ihr denn so?Gruß Wilko :lol:

vindoede
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Beitrag von vindoede » Freitag 26. August 2005, 07:50

Moin,

das klingt doch sehr gut.
Ich habe allerdings meinerseits immer noch Bedenken.

Ich schleppe nun schon seit Jahren einen Laptop mit kompletter Ausstattung mit mir herum und benutze ihn eigentlich nie.
Irgendwie ist mir das Ganze immer noch suspekt.

Ich mache auf grösseren Strecken (schon seit Decca-Zeiten) zwar eine konsequente Wegepunkt-Navigation aber ich klammer mich immer noch an die Papierkarten.
Mit welcher Redundanz fährts Du (Laptop, Papierkarten) ?

Wenn ich mir die modernen Plotter und Anzeigegeräte wie z.B. bei Anders an Bord ansehe, könnte ich schon schwach werden.

Allerdings scheue ich auch immer noch die recht hohen Kosten.
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Plotter

Beitrag von Nirakflower » Freitag 26. August 2005, 10:35

Wir haben uns auf der Messe 2004 in Hamburg auch so ein Teil zugelegt von Garmin. War anfangs auch zögerlich wegen der Kosten. Bei uns stellte sich die Frage: neues GPS oder gleich einen Plotter. Das alte GPS hatte bei schlechtem Wetter Probleme, genug Satelitten zu finden ,um die richtige Position anzuzeigen.
Aber ich muß sagen, die Investition hat sich gelohnt. Bei unserem Törn hatten wir einen Tag fast nur Nebel ( Sicht anfangs 50m ) , konnten aber dank des plotters trotzdem fahren und uns aus den tieferen Gewässern, wo die größeren Schiffe fahren, raushalten. Gerade bei kleiner Besatzung oder wenn mein Partner allein unterwegs ist, ist Kartenarbeit doch recht umständlich. Vom Steuerstand aus hat man immer die genaue Position im Blick.
Beim GPS von Garmin mit den Bluechartkarten sind auch viele Detailangaben integriert: Hafenmeister Telefon , Hafeneinfahrten,Verzeichnis der Tankstellen, Verzeichnis der Bootswerften, Erste Hilfe, Arzt u.v.m.
Zur Sicherheit, wenn doch mal Stromausfall sein sollte, haben wir aber immer auch die passenden Karten an Bord.
Gruß Karin

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Re: Plotter

Beitrag von vindoede » Freitag 26. August 2005, 11:22

Moin,

Nirakflower hat geschrieben:...fast nur Nebel ( Sicht anfangs 50m ) , konnten aber dank des plotters trotzdem fahren und uns aus den tieferen Gewässern, wo die größeren Schiffe fahren, raushalten. ...
Gruß Karin
das ist eine trügerische Sicherheit, die durch einen Plotter in keiner Weise gewährleistet ist.
Ich kann zwar einfacher nachvollziehen wo ich gerade bin.

Aber eine Sicherheit bei Nebelfahrt bietet ein Plotter absolut nicht.
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Re: Plotter

Beitrag von Nirakflower » Freitag 26. August 2005, 12:12

Aber eine Sicherheit bei Nebelfahrt bietet ein Plotter absolut nicht
.

Und wie ist es denn mit der Berufsschifffahrt? Die haben nur zusätzlich Radar!
Natürlich muß man gut Ausschau halten ,um andere Schiffe rechtzeitig zu sehen,aber man kann sich aus gefährdeten Bereichen fern halten.
Klar ist, das man nicht unbedingt extra losfahren muß, aber wird man überrascht(auch von dichtem Regen), dann weiß man wenigstens wo man ist und sich eventuell in Sicherheit bringen kann. Mit Karte ohne Orientierungsmöglickeiten von irgendwelchen Landmarken o.ä. nicht möglich.
GPS hat heute sowieso fast jeder an Bord. Die Daten ablesen,wenn nicht an PC angeschlossen, und in Karte eintragen,kann schon eine Fehlerquelle bedeuten,die mit Plotter entfällt.

Karin

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Beitrag von TomM » Freitag 26. August 2005, 14:42

Mal auf die Schnelle was ich so mache (machte).

Ursprünglich war es ein einfaches Hand GPS ein Garmin 45, von dem trug ich mühevoll die Positionen in die Karte ein.

Dann kam ein Autohelm 100 (heute heißt das Ding Yeoman Chartplotter) dazu. Wunderbar - eine Papierkarte wird auf das Format gefaltet (bei Sportbootkarten brauchts das nicht) und mit der "Maus" werden drei Referenzpunkte festgelegt (das kann man für 99 Karten im Voraus).

Nach Anschluß des Garmin (über NMEA) leuchten auf der Position vier Pfeile gleichzeitig, in der Mitte ist in einer Plexischeibe ein Loch und man macht den Kringel der Position. Position finden ist simpel, die Pfeile zeigen die Richtung in die man mit der Maus muß - fertig.

Später, nach einer 16 Stunden Nebelfahrt nur mit GPS hat die mir angetraute sofort nach Radar gerufen. Recht günstig hab ich ein Raytheon System geschossen, das Radar und Chartplotter in einem ist, noch kein Overlay aber mit gekoppelten Cursern auf einem Splitscreen.

Eine super tolle Sache, bei mir, aber es ist ja nur ne 32, am Naviplatz hängend. Doof sind die Karten, teuer und für Binnenländler das Update sehr umständlich. Bei Nacht und Nebel fährt man wie auf der Autobahn, jedes Radarecho ist recht leicht zu identifizieren - auch für Radarungeübte. Dennoch hab ich immer noch meinen heißgeliebten Autohelm 100 mit einer Papierkarte, dort werden die Positionen immer noch eingekringelt und selbst bei vollständigem Stromausfall hab ich ein wunderbares Backup. Der Garmin 45 gibt im Zweifel von seiner Batterie oder einem billigen Gelakku (diese Energieteile in Plastik mit Griff dran). Mit dem Gelakku kann ich locker drei Tage navigieren. Wie sagt man in Hessen - dademit sinn alle Spatze gefange.

Karin, die Sicherheit ist trügerisch nur mit GPS im Nebel, wenn's dicke kommt kannst Du nur sehr schwierig Laute orten. Keine Ahnung wie es auf der Ostsee zugeht, bei uns schwirren auch noch Küstenfrachter rum, außerhalb jeder Betonnung und mit 12kn auch bei Nebel.
so long -> Tom

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So nu noch mal

Beitrag von Nirakflower » Freitag 26. August 2005, 15:23

Kann ja sein das ich keine Ahnung habe. :-))

Aber! wo ist der unterschied?
ob ich nun im Nebel fahre mit oder ohne Plotter.

Wenn es mich nun mal erwischt, habe ich immer eine genaue angabe
wo ich bin, oder??????????

Eine Karte ist immer mit an Bord, hier werden auch einträge zu Pos.
gemacht. ca. 1x die Stunde ( bei guter sicht )

Um das klar zu stellen ich Fahre nicht los, wenn ich an dem Platz sicher bin. ( Ankerbucht oder Hafen )
Aber es kommt auch schon mal anders. Nebel, Starker Regen.
Dann mußt man weiter, aus dem bereich der Schifffahrt raus!!
Hier kann dann ein Plotter sehr gut helfen, zumindes bei meinem
kann ich alle angaben die ich brauche sofort bekommen.
Ohne erst alles auf eine Karte einzutragen.

So und hier ist der Punkt, mit Plotter immer die eigene Pos. genau wissen!! und sofort auf einer Karte sehen!!
Alles andere bleibt wie es war.

gruß

Horst

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Beitrag von TomM » Freitag 26. August 2005, 16:28

Hast ja recht Horst,

ein Plotter ist besser als nix, was Heiner und ich meinten war eben, Die "gegnerischen" Schiffe siehst Du nicht auf dem Plotter.

Aber besser zu WISSEN wo man rumkurvt als auch noch in der Position unsicher zu sein :daumen:
so long -> Tom

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Navigation mit GPS-Plotter

Beitrag von Wilko Schoormans » Samstag 27. August 2005, 10:45

Moin Heiner,sicher ist Nebel ein eigenes Thema,und da gibt´s nur Radar als Sicherheit,aber wenn wir mal die 99% der Fahrzeit ohne Nebel nehmen mit der ganzen Untiefennavigation,dann hat so´n Plotter schon was,und,was ich besonders günstig gegenüber einem Laptop finde,Du kannst ihn an der Steuersäule nach Deinem Geschmack einrichten und muß nicht jedesmal nach unten turnen,und der geringe Strombedarf von 7 Watt.. Was allerdings gewöhnungsbedürftig ist,ist die Vektorkarte,wenn auch informationsmäßig der Rasterkarte bei weitem überlegen,und natürlich nicht zu vergessn,die Sonnenablesbarkeit,geht nicht mit Laptop.Gruß Wilko

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Beitrag von Balu » Sonntag 28. August 2005, 20:36

Moin Vindö-Freunde,
ich liebe dieses Forum. In Sache Navigation hab Ihr mich wunderbar verunsichert. :wallbash:
Zur Zeit navigiere ich mit GPS und Papier. Für die nächste Saison will ich mir ein Laptop zulegen, da ich damit auch TV gucken und mit Wettermaus Wetter empfangen kann. Nebenbei verkürzt eine DVD auch mal ein Schlechtwetterhafentag. Aber das Ding steht natürlich im Schiff und bei Nebel ist mir damit auch nicht geholfen.
Die Lösung von Tom find ich irgendwie Klasse. Radar und Plotter in Einem. Aber wohin damit bei einer 32er, ohne die schöne Schottwand in Mitleidenschaft zu ziehen? Eine Steuersäule gibt es nicht. :gruebel:
Bis zur nächsten Saison ist ja noch etwas Zeit, das Forum wird mir schon Ideen geben. :daumen: Wenn nicht wirds ein Laptop. :mrgreen:

Tschüß Andreas

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Beitrag von vindoede » Montag 29. August 2005, 07:54

Moin Balu,

Tom hat auch eine 32er ! Also kann er Dir sicher ein paar gute Tips zum Einbau bringen.

Hier will Dich sicher keiner verunsichern. (bin ich ja selber :oops: )

Ein vernünftiger im Cockpit angebrachter Plotter mit einem ordentlichen
Display (10" oder grösser) ist eine prima Sache und wird irgendwann in nicht so weiter Ferne der Standard sein.

Wenn ich geschrieben habe, dass ich damit Bauchschmerzen habe, ist damit nur mein subjektives Empfinden gemeint.

Ein Laptop ist sicher keine dauerhafte Lösung (Energieverbrauch, Standort).
Ich persönlich benutze den Laptop an Bord nur noch für die Törnplanung und für Wetterfax.
Keinesfalls ist ein Plotter ein geeignetes Instrument um Sicherheit bei Nebelfahrt darzustellen. Er kann am Ende nicht mehr als Seekarte, GPS und Echolot. Dafür taugen nur Radar und AIS.

Ganz klar und unbestreitbar ist: Ein Plotter im Cockpit erhöht den Komfort für den Rudergänger.

Hoffentlich schaltet Anders sich noch in diese Diskussion ein. Er kann zu diesem Thema eine ganze Menge beitragen.
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Beitrag von TomM » Freitag 2. September 2005, 14:30

Tipps zum Einbau,

na ja ich kann mich ja kaum naoch an mein Schifflein erinnern :neutral: .

Radome ist klar, das gehör an den Mast - aber leider ist es recht hoch anzubringen, weil da der Auslass für den Spinnakertopnanten ist und die Decksbeleuchtung direkt an der Saling ist.

Alternativ hab ich 1000 Mal über eine Radarmast achtern nachgedacht, der sollte allerdings recht hoch bauen um sicher zu stellen, dass man nicht von der Mikrowelle bearbeitet wird :no: .
Optisch ist das nicht sooooo schön.

Das Display selber hab ich unter Deck über der Navi an der Decke festgeschraubt (da waren eh noch jede Menge Löcher von einem Tiefenmesser).

Der einzige weitere möglich Platz ist unter der Sprayhood seitlich neben dem Niedergang, also auch schon weit weg vom Rudergänger. Die 32er hat halt keine Möglichkeit eine Konsole aufzubauen. Andererseits, unter Radar fährst Du unter Maschine, sehr langsam uns sehr aufmerksam - also am besten eh zu zweit. Da ist es auf der 32er easy, denn Du stehst auf Augenhöhe mit dem Rudergänger.

So ein Klapparm wäre noch was schönes, damit man das Display einfach in den Niedergang klappen kann. Bei unkritischen Radarfahrten oder auch bei Chartplotterfahrten ist das sicher ausreichend.

Ich selbst hab oft den Heinrich (hier ein Autohelm 2000 :wink2: ) dranhängen, da ist ein schneller Blick auf den Navitisch kein wirkliches Problem. Im englischen Kanal und auch in den Deltagebieten möchte ich weder den Plotter, noch das Radar missen. Wobei das Radar mir bisher mehr gebracht hat als ein Plotter, es gibt halt jede Menge ungeleuchteter Tonnen in den Binnenmeeren und die sollte man schon auf der richtigen Seite passieren :scared: .
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Beitrag von Wilko Schoormans » Freitag 2. September 2005, 16:40

Moin Tom!
Da hat man´s auf der 50iger etwas leichter mit dem Einbau:klar,Random an den Mast,vielleicht wäre eine Alternatve noch an einen Hahnepot des Achterstags,sieht allemal besser aus,als so ein exta Elektromast.
Das Display auf der achteren Seite des backbordigen Kleiderschranks neben dem Navitisch,wenn´s denn einen solchen Schrank gibt,dann läßt sich das ganze sogar vom Cockpit ablesen.Eingebaut habe ich das JVC mit kleinem Random.Gruß Wilko

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