Stellen des Besanmastes

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Lucky
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Stellen des Besanmastes

Beitrag von Lucky » Donnerstag 13. März 2008, 10:04

Hallo liebe Vindö 50-Ketsch-Segler- und Seglerinnen.

Ich beabsichtige dieses Jahr das erste Mal den Besanmast zu stellen.
Was ist zu beachten hinsichtlich der Verstagung?
Wo wird das Genickstag mit welchem Beschlag geführt und wo angebracht?
Wie erfolgt die Besanschotführung?
Ich würde mich freuen nähere Informationen und Tipps zu bekommen, damit ich fehlende Beschläge noch rechtzeitig kaufen kann.
Fotos von den montierten Beschlägen an den Masten wären auch sehr hilfreich.

Ich bedanke mich im voraus

Lucky

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Beitrag von vindoede » Donnerstag 13. März 2008, 18:31

Moin,

welchen Besan hast Du denn ?

Mit Saling ?

Mit Topstag ? oder Genickstag ?

2 Unterwanten ? 1 Unterwant ?

Auf Nautilus steht ein Besan mit gepfeilter Saling und 2 Unterwanten + 1 Oberwant und Genickstag.

Vorderes Unterwant in den vorderen Pütting, Oberwant Mitte, achteres Unterwant achtern.
Das Genickstag läuft vom Top kommend über die Stütze auf den Beschlag an der Mastvorderseite in Augenhöhe.
Das Stag wirkt als Konter zum Oberwant und ist geeignet die Mastkurve zu kontrollieren.
Die Besanschot ist auf einem Augbeschlag auf dem Achterdeck angeschlagen.
Der Besan steht mit geringfügig mehr Mastfall als der Grossmast (hat sich so bewährt).

Wir segeln sehr viel mit Besan und bergen ihn eigentlich nur zum Aufkreuzen.

Richtig genial ist es bei etwas mehr Wind nur mit G I und Besan.
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Lucky
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Stellen des Besanmastes

Beitrag von Lucky » Freitag 14. März 2008, 08:35

Moin Vindöede,

ich wusste nicht, dass es so viele Arten an Besanmasten gibt. Unser Mast hat jeweils 2 Wanten und ein Genickstag und alles ohne Saling.
Das Anschlagen der Wanten ist klar. Unklar ist wie das Genickstag befestigt wird. Ich gehe davon aus, die erste Befestigung erfolgt direkt am Besanmast. Von dort zum Masttopp des Hauptmastes. Befindet sich dort ein Beschlag in Form einer Rolle oder ähnliches? Wenn ja wie groß? Wo wird das Genickstag am Hauptmast wie befestigt?
Da unsere Vindö 50 eine Achterkajüte hat und die Besanschot hinter dieser über eine Schiene läuft besteht auch die Frage, wie die Schotführung zur Plicht verläuft und wo dort die Talje mit der Curryklemme befestigt wird.
Läuft die Besanschot vom Besanbaum zur Schiene hinter der Achterkajüte und von dort wieder zurück zum Besanbaum und dann in die Plicht?

Es grüßt

Lucky

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Beitrag von vindoede » Freitag 14. März 2008, 09:43

Vindö Ede :motz:

Moin Lucky,

wie der von Dir beschriebene Besan im Detail getakelt ist kann ich Dir leider nicht beantworten.

Das von Dir beschriebene Stag würde ich als Topstag bezeichnen.
Das Stag wird am Top des Grossmastes angeschlagen und läuft über eine Rolle im Top des Besan hinunter zu einem an der Mastvorderseite angebrachten Beschlag, wo es mit einem Spanner durchgesetzt werden kann.

Die Schotführung würde ich am Baum entlang über eine Rolle am Lümmelbeschlag auf eine der Klampen führen.

Hier im Forum sind ein paar SL Versionen mit dem von Dir beschriebenen Besan.

Rein subjektiv vermute ich, daß der wenig Trimm zulässt.

Ich bin nach anfänglicher Skepsis mittlerweile ein Fan unseres Besan.

So hat jeder seinen Mast auf dem Schiff. :wink:
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Beitrag von Lucky » Montag 17. März 2008, 08:45

Hallo Heinrich,

ich bedanke mich für die netten Hinweise und Tipps. Bin neugierig, wie das Stellen des Besanmastes klappen wird.
Wenn das geschafft ist, soll auch das vorhandene Besanstagsegel wieder einmal gesetzt werden. Da tauchen auch weitere Fragen auf. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit.

Viele Grüße

Lucky

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Re: Stellen des Besanmastes

Beitrag von vindoede » Montag 17. März 2008, 10:55

Lucky hat geschrieben:Hallo Heinrich,

ich bedanke mich für die netten Hinweise und Tipps. Bin neugierig, wie das Stellen des Besanmastes klappen wird.
Wenn das geschafft ist, soll auch das vorhandene Besanstagsegel wieder einmal gesetzt werden. Da tauchen auch weitere Fragen auf. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit.

Viele Grüße

Lucky
Besanstagsegel ? Da bin ich ganz scharf drauf. Hast Du die Masse oder wenigstens ein Foto ?
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Stellen des Besanmastes

Beitrag von Lucky » Montag 17. März 2008, 13:30

Hallo Heinrich,

sehr gerne stelle ich dir die Maße vom Besanstagsegel zur Verfügung. Ich möchte dich allerdings bitten etwas Geduld zu haben.
Ich bin noch nicht so weit, dass die Segel an Bord sind.
Frühestens zu Ostern geht die Lady mit den neuen Winschenbrettern ins Wasser.
Und dann ist erst einmal klar Schiff angesagt. War halt im Winter eine Baustelle. Wenn dann alles soweit fertig ist, wird der Besan aus dem Dornröschenschlaf geholt, überprüft, gereinigt, poliert, was man eben so macht.
Ich muss die Wanten samt Spanner, sowie die Beschläge für das Genickstag heraussuchen oder beschaffen. Alles nicht so schlimm, aber die Freizeit ist bei den Berufstätigen eben sehr eingeschränkt.
Also du merkst, es dauert halt noch ein wenig, aber es wird. Fotos existieren leider noch keine, aber sobald alles funktioniert wird es welche geben.
Bis dahin bitte ich noch um einige Wochen geduld. Nun hat der Besan über 10 Jahre im Mastenlager gelegen, dann kommt es auf ein paar Wochen auch nicht an.
Gibt es Informationen in Form einer Bröschüre oder Buches im richtigen Umgang mit dem Besansegel.?
Z.B Verhalten bei raumen Winden, Gefahr der Patenthalse.
Ich betrete mit dem Besan Neuland und will nichts beschädigen, deshalb die Vorsicht.

Es grüßt

Lucky

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Beitrag von vindoede » Montag 17. März 2008, 14:08

Moin,

beschädigen kannst Du da nicht so viel. Die 7,5 qm haben nicht so viel Dampf. Durch den fehlenden Baumniederholer steigt (z.B. bei einer Halse) der Baum und das Segel kommt mit sehr viel weniger Energie über.
Was man machen kann ist: den Besanbaum im Bereich der Achterstagen des Grossmastes mit Leder Schützen (einfach draufkleben) und die Achterstagen mit einem Schamfil-Schutz versehen. (das Besansegel wird es Dir danken)

Du wirst ganz schnell herausfinden wo der Grenzbereich (z.B. am Wind) liegt und wann der Besan im Abwind des Grosssegels liegt und stört.
Gerade am Wind nimmt natürlich die Luvgierigkeit enorm zu.

Mach Dir im Voraus nicht so viele Gedanken - einfach ausprobieren.

Lass Dich auch nicht von den Aussagen wie "Ach das bringt doch nix" oder "Das Segel stört nur" usw. usw. nicht von Deinem Vorhaben abbringen.
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Beitrag von BORKA » Montag 17. März 2008, 20:16

Hallo lucky

Ich habe ein Bild von meinem Schiff beigefügt,daraus kannst du die Schot-
führung entnehmen.


Bild

Gruss Borka


Bild eingefügt.
Gruß karin

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Beitrag von Dagmar » Freitag 21. März 2008, 11:36

Hallo Lucky,

da ich als Bordfrau technische Fragen kaum beantworten kann, mein Skipper, der die Ahnung hat ( 30 Jahre V50 Ketsch-Erfahrung) Internetmuffel ist, gibt es folgende Möglichkeit, wir kommen mal rüber. Dafür ist Wolfgang nämlich immer zu haben!

Jetzt über Ostern sind wir in Heiligenhafen (am Schiff). Vom 27.-30.3. in Göteborg (Ich habe eine Reise gewonnen!! Flug Hotel etc. :grin: :grin: ), aber ansonsten kannst Du uns, auch wochentags, aus Zehlendorf rauslocken!

Was ich so schon sagen kann, unsere Besanschot läuft über zwei Blöcke am Heckkorb, rechts und links von der Badeleiter. Keine Schiene.

Also ich persönlich finde ja die Ketschtakelung sehr schiffig und bei Starkwind eine tolle Sache. Da setzen wir nur ein kleines Vorsegel und den Besan. Dann liegt sie sauber auf dem Ruder. Bei wenig Wind habe ich damit durchaus auch schon einen halben Knoten rausgekitzelt.

Gruß Dagmar :elch:

P.S. werde Karin bitten Fotos anzuhängen

und hier sind sie....

Bild

Bild

Bild
Besanschotführung
V50 SL Ketsch
"Chari-La"

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Besanmast stellen

Beitrag von Lucky » Dienstag 25. März 2008, 10:13

Hallo Dagmar.

Ich bedanke mich für euer Angebot mit Rat vor Ort tätig zu werden. Wenn ich wirklich nicht mehr weiter kommen sollte, werde ich euer Angebot gerne annehmen.
Ansonsten begrüße ich euch jederzeit gerne an Bord, wenn alles steht und ich zufrieden bin.
Wir haben hinter der Achterkajüte, unmittelbar vor dem achterlichen Süllrand, eine festgeschraubte Schiene auf Deck, die mit einem Schlitten für die Besanschotfühtung vorgesehen war und wieder benutzt werden soll.
Ich werde versuchen, die Besanschotführung in Form einer Talje, von der Schiene über den Besanbaum wieder zurück in die Plicht führen.
Dort möchte ich aber die Besansschot nicht über eine Klampe belegen, sondern mittels Großschotbeschlag und Curryklemme die schnelle Korrektur der Segelstellung vornehmen können.

Es grüßt euch

Lucky

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