Nothafen Darsser Ort

Reisen durch die abenteuerliche Ostsee

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Hans Werner
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Nothafen Darsser Ort

Beitragvon Hans Werner » So Nov 22, 2009 17:52

Freunde ein Geschenk zu Weihnachten vom BUND und WWF.


Die Baggerung an der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort ist nach Informationen von NDR 1 Radio MV gestoppt worden. Das Verkehrsministerium lenkt damit im Streit um die Verklappung des Baggergutes in der Ostsee ein, wie eine Ministeriumssprecherin am Donnerstag bestätigte. Zu Beginn der Arbeiten Ende vergangener Woche hatten die Umweltorganisationen BUND und WWF vor dem Verwaltungsgericht in Greifswald einen Eilantrag gestellt. Sie wollten damit die Baggerung stoppen. Grund: Nach Ansicht von BUND und WWF ist es nicht rechtens, das Baggergut außerhalb des Nationalparks in der Ostsee zu verklappen. Jetzt suchen beide Seiten nach einer einvernehmlichen Lösung. Den Vorschlag aus dem Ministerium, den ausgebaggerten Sand an der Außenküste der Halbinsel zu verspülen, lehnte der BUND allerdings als "nicht akzeptabel" ab.

BUND und WWF wollen, dass das Baggergut direkt in den Hafen gebracht wird, in den Bereich, in dem der Seenotkreuzer nicht liegt. Damit könnte, so Jochen Lamp vom WWF, die geplante Renaturierung des Hafens vorbereitet werden.

Insgesamt sollen aus der Zufahrt des Nothafens rund 50.000 Kubikmeter Sand entsorgt werden. Bis zum Frühjahr 2010 soll die Fahrrinne des Nothafens wieder passierbar sein, sodass dort ein Seenotrettungskreuzer stationiert werden kann.

Streit um Übergangslösung
Die Instandsetzung des Hafens am Darßer Ort ist in der Region heftig umstritten. Umweltschützer mahnten die Renaturierung des ehemaligen Strandsees an. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) sagte, die Stationierung am Darßer Ort werde keine Dauerlösung sein. Bis zur Fertigstellung eines neuen Hafens in Prerow müsse aber die Seenotrettung vor dem Fischland-Darß gesichert sein. Erst im September 2009 hatte sich die Hilfe durch einen Rettungskreuzer für eine in Not geratene Jacht verzögert, weil der versandete Hafen nicht zugänglich war. Der Skipper verstarb in einer Klinik.

Stand: 12.11.2009 15:40 :motz: :wallbash: :motz: :wallbash: :motz: :cry:
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Beitragvon Hans Werner » So Nov 22, 2009 18:48

Unendliche Geschichte am Darß
Revier: DSV verurteilt den Stopp der Ausbaggerung des Nothafens / Landesverkehrsministerium und WWF suchen nach Kompromisslösung
(19.11.2009/ps) Kaum waren die Baggerschiffe da, mussten sie auch schon wieder abziehen. Vergangene Woche sollte nach monatelangem Gezerre endlich die versandete Zufahrtsrinne zum Nothafen Darßer Ort wieder für den Seenotkreuzer passierbar gemacht werden. Doch daraus wurde nichts.
Die Umweltorganisationen BUND und WWF stellten einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht in Greifswald. Ohne die Entscheidung der Richter abzuwarten, lenkte daraufhin das Landesverkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommerns ein und ließ die Arbeiten, die man selbst in Auftrag gegeben hatte, stoppen.

Hintergrund ist ein Streit darüber, wo das Baggergut verklappt wird. Das Minsiterium wollte es in die Ostsee schütten lassen, der WWF bezeichnete dies als "Sanklau". Die Umweltschützer sind der Meinung, dass der ausgebaggerte Schlamm vor Ort bleiben muss. Sie wollen damit Teilbereiche des Nothafens am liebsten zuschütten und nur einen Liegeplatz für den Rettungskreuzer lassen. Auf diese Weise will man Fakten schaffen, um die beabsichtigte Renaturierung des Hafens in Gang zu bringen.

Gegenwärtig suchen beide Seiten nach einem Kompromiss. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) sagte, die Stationierung am Darßer Ort werde keine Dauerlösung sein. Bis zur Fertigstellung eines neuen Hafens in Prerow müsse aber die Seenotrettung vor dem Fischland-Darß gesichert sein.

Unterdessen verurteilen der Deutsche Segler-Verband und der Segler-Verband Mecklenburg-Vorpommern die derzeitige Vorgehensweise des WWFauf das Schärfste. Sie kritisieren vor allem, dass der Nothafen nach der Baggerung zwar wieder vom Seenotrettungskreuzer der DGZRS, nicht jedoch von in Not geratenen Sportbooten angelaufen werden können soll.

Mit dieser Verhaltensweise verlasse der WWF einen mit den Seglerverbänden schon vor zehn Jahren protokollierten Konsens. In dem autorisierten Protokoll von damals heißt es:

"Der WWF anerkennt die Notwendigkeit eines Alternativhafens für den Nothafen Darßer Ort. Dieser kann auch erst geschlossen werden, wenn ein Alternativhafen gebaut und funktionsfähig ist. Erst danach soll der Bereich des Nothafens Darßer Ort renaturalisiert werden."

Die beiden Verbände bekräftigen noch einmal ihren Standpunkt, dass jedes durchführbare Projekt zur Errichtung eines Alternativhafens am Darß wie bereits in der Vergangenheit unterstützt werde. Solange ein funktionsfähiger Alternativhafen nicht vorhanden sei, würden die Verbände jedoch für die Befahrbarkeit des Hafen Darßer Ort eintreten, da "für uns der Schutz von Menschenleben dem Umweltschutz vorgehen muss".

Zugleich fordere man den Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung auf, den Deutschen Segler-Verband und den Segler-Verband Mecklenburg-Vorpommern als unmittelbar betroffene Interessenvertreter endlich an dem Verfahren zu beteiligen.
Priem v. Hannover

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